Hüftdysplasie oder Hüftgelenkpasie (HD) des Hundes

 

Die Hüftdysplasie oder Hüftgelenksdysplasie (HD) ist eine Fehlentwicklung des Hüftgelenks und es sind sämtliche Hunderassen betroffen. Bei großwüchsige Hunderassen ist das Krankheitsbild HD leider besonders häufig ausgebildet.

Die HD ist zu großen Teilen genetisch bedingt, aber auch falsche Ernährung und falsche Haltung (zuviel Sport etc.) kann die Entstehung und das Fortschreiten der Krankheit begünstigen. Klinisch zeigt sich die HD in zunehmender Bewegungseinschränkung und Schmerzhaftigkeit, die infolge der krankhaften Umbauprozesse am Hüftgelenk entstehen. Im fortgeschrittenen Stadium kann nur die Entfernung des Hüftgelenks mit oder ohne Einsetzen eines künstlichen Hüftgelenks eine deutliche Verbesserung herbeiführen. Ist dies nicht möglich, lässt sich durch eine dauerhafte Schmerztherapie häufig lange eine ausreichende Lebensqualität aufrechterhalten. Unser Hund Dusty ist durch eine fast dauerhafte Schmerztherapie, guter Ernährung und wenig Sportarten die ihm schaden, 2 Wochen vor seinem 13.Geburtstag erlöst worden. Und dies obwohl uns Tierärzte bei der schwere seiner HD gesagt haben, das Dusty nicht älter wie 6-8 Jahre werden würde. Er ist ein gutes Bsp. Dafür, das auch ein Hund mit schwerer HD ein gutes Leben haben kann.


Symptome und Diagnostik 

Eine beginnende HD äußert sich in zunehmenden Schmerzen bei Spaziergängen, der Hund will nicht mehr weit laufen, setzt sich öfter hin, schreit beim Spielen gelegentlich auf und zeigt einen instabilen Gang.

Eine aussagekräftige Diagnose kann nur durch Röntgenbilder gestellt werden. Dabei müssen die Gelenke über streckt werden, was beim Vorliegen einer HD starke Schmerzen verursacht.

Daher wird sie unter einer Kurznarkose durchgeführt. Voraussetzung für eine aussagekräftige Diagnose ist die exakte Positionierung des Tieres in Rückenlage mit gestreckten, parallel gelagerten Oberschenkeln und rechtwinklig zum Strahlengang eingedrehten Kniescheiben.


HD - Schweregrade

Üblicherweise wird zwischen fünf verschiedenen Schweregraden unterschieden.


 A 

HD-Frei

In jeder Hinsicht unauffällige Gelenke, Norberg-Winkel 105° oder mehr. Manchmal noch A1 wenn der Pfannenrand den Oberschenkelknochen noch weiter umgreift.

 

B

HD-Verdacht

Schenkelkopf oder Pfannendach sind leicht ungleichmäßig und der Norberg-Winkel beträgt 105° (oder mehr), oder Norberg-Winkel kleiner als 105° aber gleichförmiger Schenkelkopf und Pfannendach.

 

C

Leichte HD

Oberschenkelkopf und Gelenkpfanne sind ungleichmäßig, Norberg-Winkel 100° oder kleiner. Eventuell leichte arthrotische Veränderungen.

 

D

Mittlere HD

Oberschenkelkopf und Gelenkpfanne sind deutlich ungleichmäßig mit Teilverrenkungen. Norberg-Winkel größer 90°. Es kommt zu arthrotischen Veränderungen und/oder Veränderungen des Pfannenrandes.

 

E

Schwere HD

Auffällige Veränderungen an den Hüftgelenken (beispielsweise Teilverrenkungen), Norberg-Winkel unter 90°, der Pfannenrand ist deutlich abgeflacht. Es kommt zu verschiedenen arthrotischen Veränderungen.

 

 

Bisweilen werden die Grade A-D noch in A1 und A2, B1 und B2, C1 und C2 sowie D1 und D2 aufgeteilt.


Behandlung

Leider kann man die HD nicht heilen, sondern nur das Auftreten klinischer Symptome und das Fortschreiten der Krankheit hinauszögern oder die Schmerzen reduzieren. Je häufiger der Hund bestimmte Bewegungsabläufe ausführt, desto schneller verschleißt die Hüfte. Zu diesen Bewegungen gehören vor allem jene, die die Gelenke besonders stauchen, wie Treppenlaufen, Springen auf harten Untergründen und ähnliche. Man kann dem Hund mit frühzeitigem Erkennen und richtigem Umgang mit der Krankheit ein normales Leben ermöglichen.

Das beste Beispiel dafür ist Dusty, der trotz schwerer HD als großer Hund und ohne Op fast 13 Jahre alt geworden ist. Wir haben ihn immer entscheiden lassen, ob er z.B. toben will und wie lange wir spazieren gehen. Und wenn er doch mal Schmerzen hatte, haben wir diese immer durch eine medikamentöse Behandlung gelindert. Weiter haben wir bei Dusty durch Ernährungszusätze(Canosan®) versucht seine Gelenke zu unterstützen.

Es gibt zwei Behandlungsmöglichkeiten, die medikamentöse und operative Behandlung.