Erkrankungen der Schilddrüse beim Hund

 

Die häufigste Erkrankung der Schilddrüse beim Hund ist die Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion).

Immunvermittelte Vorgänge führen zu einer Lymphozytären Thyreoiditis (Schilddrüsenentzündung).

Die Folgen von der Schilddrüsenentzündung ist ein stetiger Verlust von Schilddrüsengewebe und auch eine idiopathische Atrophie (Rückgang ohne bekannte Ursache) von Schilddrüsengewebe ist bekannt. Klinisch führt die Lymphozytäre Thyreoiditis zu einer Erniedrigung der Schilddrüsenhormone T3 und T4 Produktion. Daraus folgt ein "kompensatorischer" TSH-Anstieg.

In der Frühphase der Erkrankung stimuliert dies die Hormonproduktion im verbliebenen, funktionell aktiven Schilddrüsengewebe und T3/T4 werden kontinuierlich abgebaut und klinisch Symptome treten auf.

Hunde aller Altersklassen können eine Hypothyreose entwickeln, wobei große Rassen wie Retriever, Dobermann, Setter, Collie, Bobtail und Beagle eine besondere Veranlagung haben.

 

Symptome:

Die Symptome der Schilddrüse-Unterfunktion entwickeln sich meist über einen längeren Zeitraum. Der Mangel an Schilddrüsenhormonen fährt den Stoffwechsel runter. Der Hund wird zunehmend träge, leistungsschwach, müde und nimmt an Gewicht zu. Auch Haarausfall und eine verdickte Haut, Wassereinlagerungen die im Kopfbereich zu einem „traurigen Gesichtsausdruck“ führt, können Anzeichen einer Schilddrüsenunterfunktion beim Hund sein. Die Erkrankung wirkt sich auf den Körper des Hundes aus: Bsp. dafür sind der Herzschlag verlangsamt, das Herz wird größer (Kardiomyopathie), Herzrhythmusstörungen, Muskelkrämpfe und Lähmungen, ausbleiben der Läufigkeit bei Hündinnen etc.

 

Diagnose:

Eine Sonographie (Ultraschalluntersuchung) und die Blutwerte müssen bestimmt werden (T4 und freiem T4 (fT4 und evtl.TSH). Aber auch dort können Fehler auftreten (nur etwa 50% der Hunde mit Hypothyreose können Tyreoglubulin-Antikörper bilden, bei den anderen Hunden kann es sowohl falsch negative als auch falsch positive Laborwerte geben) und von daher ist am besten der TSH-Stimulationstest durch zuführen.

D.h. Die Messung von T4 vor und 6 Stunden nach der Applikation von TSH. Als normal gilt ein Anstieg um mindestens das Dreifache des Basalwertes. Alle darunter liegenden Stimulationswerte sind Indinz einer Hypothyreose. Leider ist dieser Stimulationstest sehr teuer und wir deswegen kaum noch gemacht.

Gerade deswegen ist es dann wichtig einen Arzt zu finden der sich dann sehr gut auskennt und auch ein aussagekräftiges Labor an der Hand hat.

 

Therapie:

Die Therapie einer Hypothyreose besteht in der Einnahme von Tabletten (synthetischem T4 (Levothyroxin). Die Dosis sollte bei sehr alten Hunden, Hunden mit Herzinsuffizienz, Diabetes mellitus, Leber- und Nierenfunktionsstörungen sehr langsam gesteigert werden. Prinzipiell muß die Dosis individuell angepaßt werden. Inwieweit zusätzlich Herzmedikamte gegeben werden müßen, ist individuell verschieden und von den Ergebnissen der kardiologischen Untersuchung nach Beginn der Schilddrüsentherapie abhängig.